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Der Büllinger Karneval



Entgegen einer in Büllingen besonders in der Jugend vielfach verbreiteten Meinung, ist der hiesige Karneval keine nachkriegserscheinung.
Der Karneval in Büllingen hatte im Jahre 1926 erste, wenn auch bescheidene, Versuche.
Eine Gruppe Maskierter zog durchs Dorf. Anführerin war Emma Reuter (“Wuschtemma”). Wir hatten vom Eupener Karneval gehört und wollten dies auch mal versuchen. wird die lange verstorbene Pionierin zitiert.

Damals musste noch jeder Teilnehmer 5 Franken beisteuern, damit der Durst gestillt werden konnte. Ein Überschuss von 13 Franken 75 wanderte am Aschermittwoch in den Opferstock.

Ein echter Pionier des Büllinger Karnevals war im Jahre 1927 Herr Emil Siquet, Malermeister aus Büllingen, der den ersten Karnevalswagen überhaupt baute, ein 6 Meter langes und 4 Meter breites Flugzeug, auf zwei Fahrrädern montiert. Zwei Piloten mussten das seltsame Gefährt mit Pedalen antreiben und damals großes Aufsehen erregt haben. Drei Jahre später sang man auch in Büllingen, “Bei Palms do es die Pief verstoppt”, was Anlass zum Bau eines Karnevalswagen gab.

Rosenmontag 1927 Rosenmontag 1927 Rosenmontag 1927 Rosenmontag 1927



Im Jahre 1935 machten sich der Verkehrsverein und der damalige Viehhandelsverband gemeinsam daran, einen Karnevalszug auf die Beine zu bringen und diesen finanziell zu unterstützen.

Mathy Kever, ein Mann von stattlicher Größe, wurde Büllingens erster Karnevalsprinz. Auf einem Prunkwagen zog er als “Held Karneval” durch die Straßen unseres Dorfes, eskortiert vom Trommler und Pfeifenkorps und einigen Fußgruppen. Schon damals sollen junge Frauen als, “Möhne mit Kinderwagen” ein besonderer Blickfang gewesen sein. Dieser Tradition ist man treu geblieben; auch heute noch sind, “Oos Möhne” gern gesehene Gäste auf unserem Rosenmontagszug, denn sie sind für jeden Spaß zu haben.

Die folgenden Jahre ließen keinen Karneval mehr zu. Es kam der Krieg.

Doch 1946 sah man auch in Büllingen wieder einige Maskierte. “Es ist vielleicht in Vergessenheit geraten, doch ich kann mich erinnern, dass es 1949 oder 1950 in Büllingen einen selbst ernannten Prinzkarneval gegeben hat.” (So Ludwig Pfeiffer).

Eine handvoll junger Männer (vielleicht aus einer Frühschoppenidee heraus) organisierten dieses für die Kinder einmalige Spektakel. In einer Kutsche mit Pferd (von, “Zieckes Becker”) thronte seine Tollität Prinzkarneval. Es war Oswald Mertens, Schneider von Beruf, mit selbstgenähtem Kostüm, umringt von einigen Büllinger Jungen, eingedeckt in Bier und vielleicht 1 bis 2 kg, Schicken, die sie den Kindern einzeln zuwarfen. Ein Vergleich zu heute - kaum vorstellbar.

Im Jahre 1951 gab es aber schon wieder einen kleinen Rosenmontagszug. Mathieu Lemaire hatte am St Vither Umzug teilgenommen und erfreute auf seiner Heimfahrt auch die Büllinger mit seinem, Piratenschiff, auf dem es Clowns und Musikanten, aber keine Piraten gegeben haben soll.

Doch als Vater des organisierten Karnevals in unserem Dorf darf man jene Idealisten nennen, die sich zur Karnevalsgesellschaft “Fidele Brüder” zusammen schlossen. Es waren die Herren: Friedrich Mertens, Ernst Mollers, Reinhold Lejeune, Klaus Kontzen, Helmut Pfeiffer, Erwin Mertens, Josef Drosson (Präsident) und Leo Löfgen, der später Präsident der K.G. Rot-Weiß wurde.

Im Winter 1952 wurde in der Backstube Siquet, was ohnehin so etwas wie ein Treffpunkt der Dorfjugend war, die erste richtige Karnevalssitzung einstudiert, die dann im Hotel Dahmen über die Bühne ging.

1953 wurde Niklaus Faymonville zweiter Karnevalsprinz am Königshof. Seitdem hat es jedes Jahr eine Tollität und einen Rosenmontagszug gegeben.

Es gab natürlich auch Rückschläge und Enttäuschungen, doch hatte sich der Karneval inzwischen fest etabliert.

Mit ihrer Prinzenproklamation 1957, seine Tollität war Paul Reuter, erlebten die “Fidelen Brüder” ihren Höhepunkt. Dank ihrer Initiative und mit Unterstützung der damaligen, “Eupen-Malmedy-St.Vither Zeitung” wurde das Büllinger Wappen entworfen, eine Verschmelzung der Wappen von Schleiden, Vianden und Trier, der drei Herren des Königshofes von 1795.

Die “Fidelen Brüder” hatten zu einem Wettbewerb aufgerufen, um die 3 Wappen zu verschmelzen. Gewinnerin wurde Netta Kohnenmergen. Dieses Büllinger Wappen, das noch heute Eigentum der K.G. ist, wurde 1957 auf einer Karnevalssitzung der Öffentlichkeit vorgestellt.

Bald aber merkten die “Fidelen Brüder", dass sie ohne Unterstützung der älteren Generation und ohne feste Statuten nicht mehr in der Lage waren, den Karneval, der immer größere Formen annahm und immer mehr Forderungen an sie stellte, weiterhin zu organisieren. Auf Initiative einiger Vollblut-Karnevalisten, darunter Paul Reuter und Jean Wetz, gingen Einladungen raus zwecks Gründung einer Karnevalsgesellschaft. Dreiviertel der eingeladenen Gäste waren erschienen.
Rosenmontag 1957

So wurde 1958 die K.G. Rot-Weiß Büllingen gegründet mit einem Elferrat und festen Statuten.

Erster Präsident wurde der langjährige Sitzungsleiter Franz Josten. K.G.-Mitglieder waren: Willy Solheid, Paul Reuter, Valentin Gillet, Toni Lejeune, Nikolaus Kessler, Jean Wetz, Leo Löfgen, Berni Rauw, Bruno Droesch, Francis Wampach, Alex Arens, Reinhold Lejeunde und Heinrich Solheid.

Im Saale Grün-Solheid (lange Jahre Hochburg der K.G. Rot-Weiß) wurde die erste große Veranstaltung, die Prinzenproklamation, 1958 zur ersten Bewährungsprobe und zum ersten großen Erfolg der K.G.

Es waren die Glanzzeiten von “Klaas” (dem unvergessenen Felix Reuter), vom “Arem Kend” (Albert Josef Kever), von Leo Löfgen (seit vielen Jahren Präsident der K.G.), Leo Siquet, Heinz Lejeune (ein Virtuose am Akkordeon mit seiner Eigenkomposition “Büllinger Mädcher, Büllinger Jonge”, die zu einem echten Gassenhauer wurde) und Ludwig Pfeiffer (zum ersten Mal in der Bütt).

Franz-Josef Pfeiffer, Franz Genten und Manfred Lauter, um nur einige zu nennen, waren ebenfalls Spitzenkräfte in der Bütt.

Stark vertreten war aber auch das weibliche Geschlecht: Paula Pfeiffer, Karin Gillet, Maria Schorkops, Juliane Pfeiffer und nicht zu vergessen “das Milchmädchen”, die damals noch sehr junge Moni Knaus, heute noch eine feste Größe im Büllinger Karneval. Exportiert wurden sogar Büttenredner wie Manfred Lauter, Franz-Josef Pfeiffer und Ludwig Pfeiffer, die bei befreundeten Gesellschaften auftraten.

Der Gesang, den wir heute so vermissen, war immer wieder ein Ohrenschmaus, wie die Beatles (Niko Heinen, Manfred Dahmen, Edgar Freches und Berthold Elsen) oder die Dorfspatzen (Willy Grün, Jean-Marie Bonhomme, Erna und Alfred Paulis).

Doch 1959 mussten die Rot-Weißen, als junger Verein, bei ihrer ersten Generalversammlung mit Bedauern feststellen, dass nur wenige Gönner und Mitglieder erschienen waren, und da das Interesse außerhalb der 4. Jahreszeit bei der Dorfgemeinschaft eher gering war. Doch die wahren Idealisten unter den Karnevalisten hielt das nicht auf, weiter zu arbeiten. So tanzte 1959 im “Casino von Spa” die Prinzengarde einen 5-teiligen "Lancier”, begleitet vom Büllinger Musikverein.

Präsident der K.G war damals Toni Lejeune, der später Bürgermeister der Gemeinde Büllingen wurde.

Aber es ging immer wieder aufwärts. Es gab stimmungsvolle Kappensitzungen, Tänze, Reden, Gesang, nicht zu vergessen die Elferratsnummern - “Die Trappfamilie", “Salute, lev Marieche wat haste Pute”, usw. - waren eine Augenweide und der Saal Grün-Solheid, die zweite Heimat der Karnevalisten, drohte fast zu brechen. So entschloss man sich, pro Jahr eine Kappensitzung und eine Prinzenproklamation zu veranstalten. Trotzdem mussten die Rot-Weißen feststellen, dass der Saal überfüllt war und man das nicht mehr verantworten konnte. So entschied man, mit Schwierigkeiten verbunden, ins Kino "Scala” auszuweichen. Es wurde alles versucht, sogar ein großes Zelt wurde auf dem Parkplatz vor dem Kino aufgestellt, doch all das konnte den Karnevalisten die vertraute, familiäre Atmosphäre, die humorvollen Stunden im Saale Grün-Solheid, nicht ersetzen.

Die Rot-Weißen ließen sich aber nicht entmutigen, es wurde immer weiter gearbeitet. Tolle Kappensitzungen wurden veranstaltet und Rosenmontagszüge organisiert, die an Ideen, Qualität und Kostümen bis heute kaum zu überbieten sind.

1982 konnte die K.G. “Rot-Weiß” in der fast fertigen Sporthalle ihre Prinzenproklamation veranstalten. Jetzt hatte man genug Raum und eine große Bühne, der ideale Platz für eine Karnevalssession.

Aber bald folgte ein neuer Tiefschlag für die K.G. Durch irgendwelche Missverständnisse im Verein, legte der beliebte und langjährige Präsident (19 Jahre) Leo Löfgen sein Amt nieder. Eine schwere Entscheidung für einen Mann, der sich von der ersten Stunde an dem Büllinger Karneval verschrieben hatte.

Aber es musste weiter gehen, denn Büllingen ohne Karneval wäre wie eine Suppe ohne Salz. So übernahm Bruno Drösch, langjähriges Mitglied und Vizepräsident, 1984 das Amt des Präsidenten der K.G. Rot-Weiß. Doch auch hier machte sich der Altersunterschied gegenüber den jüngeren Mitgliedern bemerkbar, man zog nicht mehr an einem Strick.

So kam es, dass 1987 mit großer Mehrheit Ludwig Pfeiffer zum Präsidenten gewählt wurde und bis 2002 dieses Amt innehatte.

Doch die Zeiten haben sich geändert, so ist auch für die K.G. Rot-Weiß der Karneval zu einem knallharten Geschäft geworden, das man nur noch mit harter Arbeit und Ausdauer bewältigen kann. Aber das Karnevalstreiben hat in einer Gemeinde auch eine wichtige gesellschaftliche, kulturelle, ja sogar eine soziale Bedeutung und Verpflichtung. Das hat die K. G. Rot-Weiß in mehr als 5 Jahrzehnten unter Beweis gestellt. Mit Karnevalsveranstaltungen für Kinder, Senioren, Behinderte; mit der Organisation des vielbeachteten Rosenmontagszuges oder auch durch Beteiligung an Gemeindeveranstaltungen außerhalb der Karnevalszeit hat sich die K.G. Rot-weiß viele Freunde gemacht.







Neue Termine

2019


16.02.2019 Kappensitzung in der Mehrzweckhalle

24.02.2019 Kinderkappensitzung in der Mehrzweckhalle

04.03.2019 Rosenmontagszug durch die Hauptstra├če

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